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Der Jahresbericht 2016 ist online

danke collage_Seite_1Es ist geschafft: Der Jahresbericht 2016 ist geschrieben, ausgedruckt eingetütelt und mitsamt den Spendenquittungen verschickt, teils postalisch, teils per mail. Manche Nachrichten haben wir bereits im Laufe des Jahres hier gepostet, andere sind neu. Vorgestellt haben wir zwei der neun behinderten Kinder, die in diesem Jahr ins Heim gekommen sind.

Im Jahresbericht finden sich auch die wichtigsten Zahlen. Insgesamt haben wir 2016 über 61.000 Euro geschenkt bekommen und davon 41.000 Euro an das Baby Sarah’s Home und 20.000 an Sristi Village weitergeleitet. Für all diese Spenden bedanken wir uns im Namen aller Schützlinge im Heim und in Sristi Village von ganzem Herzen.

Sich für Andere einsetzen

Stephen legt großen Wert darauf, den Kindern und Jugendlichen im Heim soziale Verantwortung nahe zu bringen. Einmal im Monat gibt es deshalb Action: Regelmäßig machen die Kinder den Strand im nahen Verampattinam sauber – schließlich ist es auch ihr Strand, nur knapp eine Viertelstunde zu Fuß vom Heim entfernt. An so einem Strandputztag kommen schon mal 60 Kilogramm Plastikmüll zusammen. Weil die Stürme der letzten Jahre zahlreiche Bäume in der Umgebung des Heims entwurzelt haben, kamen die Kinder auf die Idee, neue Bäume zu pflanzen. Sie organisierten kleine Setzlinge, transportierten sie mit ihren Fahrrädern zu passenden Orten in der Umgebung und pflanzten sie dort ein. Passender Name der Aktion: Nalam Valam, auf deutsch ‚radeln und pflanzen‘.
Die Kinder engagieren sich nicht nur für die Umwelt, sondern auch für andere Menschen: So besuchten sie ein Heim für psychisch kranke Erwachsene und brachten es auf Vordermann, spülten das ganze Geschirr und säuberten die Anlage . Oder sie verbrachten einen Tag in einem der armen Dörfer der Umgebung und organisierten mit den Kindern dort ein gemeinsames Sportfest.

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Neues von Loyala

loyala malt2Letzten Sommer hatte ich schon einmal von dem kleinen Autisten Loyala berichtet. Zu Weihnachten nun schickte uns Stephen ein kleines Video, bei dem wir unseren Augen kaum trauten. Konzentriert und mit Begeisterung tunkt Loyala einen Pinsel in die blaue Farbe und malt Kleckse. Das hätten wir vor eineinhalb Jahren, als wir das Klammeräffchen stundenlang durch die Gegend trugen, nicht im Traum für möglich gehalten. Peter, der seit fünf Jahren als Sprachtherapeut im Heim mitarbeitet, hilft ihm dabei, sich mit Pinsel und Frabe auszudrücken – und womöglich beginnt Loyala auch irgendwann zu sprechen. Es sind diese kleinen Erfolge, die uns immer wieder ermutigen und uns zeigen, wie wichtig es ist, dass es Plätze wie das Baby Sarah’s Home gibt.

Kühe machen Arun friedlich

Im aktuellen 8. Newsletter aus Sristi Village ist uns ein alter Bekannter neu begegnet. Der leicht geistig behinderte Arun Kumar lebte als Kind auf der Straße, wurde ständig gehänselt und wusste sich nur durch aggressive Wutausbrüche zu helfen. Das Baby Sarah’s Home nahm ihn damals auf und er entwickelte sich prächtig. Doch mit der Pubertät nahmen seine Wutausbrüche wieder zu, er wurde immer aggressiver. Bei unserem Besuch im Sommer 2015 erlebten wir selbst, wie er ohne ersichtlichen Grund eine Fensterscheibe zerschlug und mit zerschnittenen Armen ins Krankenhaus gebracht werarun kumarden musste. Schließlich rannte er weg und lebte wieder auf der Straße. Karthik kannte Arun noch aus dem Heim und war selbst skeptisch, ob es gelingen würde, ihn in die Gemeinschaft von Sristi Village zu integrieren. „Nach wenigen Tagen bemerkten wir, dass Arun sich sehr für die Tiere unserer Farm interessierte und so teilten wir ihn dazu ein, bei der Tierhaltung mitzuhelfen“, berichtet er in seinem Newsletter. „Inzwischen kümmert er sich verantwortlich um die Tiere und sein Verhalten hat sich innerhalb von sechs Monaten um 180 Grad gedreht. Er ist viel ruhiger geworden und freundlich zu allen. Wir sind sehr glücklich darüber – und die Tiere auch.“ Karthik führt das darauf zurück, dass Arun sich wertgeschätzt fühlt und sein Potential voll entfalten kann.

Eine Wohlfühlecke für Loyala Raj

LoyalaIm Baby Sarah’s Home gibt es einige autistische Kinder und junge Erwachsene. Der zehnjährige Loyala ist eine besondere Herausforderung. Anders als viele Autisten sucht er Körperkontakt, würde sich am liebsten den ganzen Tag durch die Gegend tragen lassen – unterbrochen nur durch lange Pausen, in denen er auf der Schaukel sitzt und hin und herschwingt. Aber nur, solange jemand neben ihm in der zweiten Schaukel sitzt. Bekommt Loyola nicht was er will, dann wirft er sich auf den Boden oder donnert den Kopf gegen die Wand.

Doris Gomez, eine Freiwillige aus Mexiko, kam auf die Idee, es doch mit einer Stimulationstherapie zu versuchen. John, ein deutscher Freiwilliger, hat die Idee dann in die Tat umgesetzt. Was dabei mit wenig Geld und viel Engagement entstand, zeigt das vom Heim gepostete Video.Lots of improvement in our Loyala Raj“, schreibt Heimleiter Stephen. Es geht im viel besser.

 

 

Die Solaranlage ist fertig

Das Baby Sarah’s Home hat nun endlich seine eigene ökologische Stromversorgung und leidet damit nicht mehr unter den immer wiederkehrenden Stromausfällen, die Ventilatoren, Kühlschränke und Rechner außer Gefecht setzen. Begonnen hatten dieses Projekt bereits vor eineinhalb Jahren die damaligen Freiwilligen, allen voran Dustin und Luisa. Mit dem Geld, das sie eingeworben hatten, konnte das Heim Batterien und Inverter kaufen und ein erstes Solarpanel. Zudem wurden alle Ventilatoren auf stromsparende Modelle umgestellt. Die noch fehlenden Solarmodule konnte das Heim jetzt mit einer Spende von Studenten der Londoner BRIT School – eine Kunstakademie – kaufen und installieren. BRIT-Studenten hatten in Pondicherry zusammen mit ihrer dortigen Partner-Schule eine große Aufführung und stellten deren Reinerlös dem Heim zur Verfügung.

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Der Jahresbericht 2015 ist online

 

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Endlich geschafft: Der Jahresbericht 2015 mitsamt den Spendenquittungen ist eingetütelt und verschickt, teils postalisch, teils per mail. Für uns war das letzte Jahr ein besonders schönes, weil wir im August sowohl das Heim als auch Sristi Villag besuchen konnten. Wir haben mit Stephen und Karthik fleißig Pläne geschmiedet und mit den Kindern viel gespielt und gelacht. Mehr darüber können Sie hier im Jahresbericht lesen.
Dort finden sich auch die wichtigsten Zahlen. Insgesamt haben wir 2015  über 67.000 Euro eingenommen und davon 49.200 Euro an das Baby Sarah’s Home und 16.800 an Sristi Village weitergeleitet. Für all diese Spenden bedanken wir uns im Namen aller Schützlinge im Heim und in Sristi Village von ganzem Herzen.

Happy Pongal

Mitte Januar feiern die Tamilen in Südindien drei Tage lang Pongal – ihr Erntedankfest. Der Höhepunkt des Festes ist das Pongal-Kochen. Auf einer neuen Feuerstelle wird in einem eigens getöpferten Topf ein Reisbrei mit Milch und Palmzucker erhitzt – bis er überkocht und alle sich ein „Glückliches Pongal“ wünschen.

Unser Heimleiter Stephen hat uns Bilder von der Pongal-Feier des Heims geschickt, von denen wir eine kleine Auswahl zeigen. Was nicht drauf ist, sind die Berge von frisch geschlagenem Zuckerrohr im Speisesaal. Sie werden in handliche Stücke gehackt und an die Kinder verteilt. Drei Tage lang süßer Knabberspaß. Happy Pongal!

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Die Kinder sind groß geworden

Für uns sind das die schönsten Erfolge: Aus Kindern, die wir seit Jahren kennen, sind junge Erwachsene geworden, die nun in ein Leben jenseits des Heims starten. Zwei Beispiele aus den letzten Wochen haben uns besonders berührt:

   manju 2004manju hochzeit2Manju kam 2002 zusammen mit ihrem Bruder Magesh ins Heim. Die Mutter war gestorben, der Vater an Tuberkulose erkrankt. Vor gut einem Jahr verließ sie das Heim – im Streit. Sie hatte sich in einen jungen Mann namens Vasu verliebt und wollte mit ihm zusammenleben. Ohne Trauschein ist das in Indien immer noch schwierig. Doch die beiden hielten zusammen, setzten sich durch und heirateten schließlich – auch mit dem Segen von Vasus Familie. Manju arbeitet bei einem Softwarehersteller im Büro. Mit dem Computer umzugehen hatte sie im Heim gelernt und gemocht. Vasu hat ein eigenes kleines Auto, der Anfang eines kleines Taxi-Unternehmens. So schauen sie optimistisch in eine gemeinsame Zukunft. Manjus Bruder Magesh übrigens hat in diesem Frühjahr einen phantastischen Highschool-Abschluss hingelegt und geht jetzt an die Uni. Maschinenbau studieren.

ruban in actionRuban neu2Ebenfalls mit dem Studium beginnt in diesem Sommer Ruban. Nach dem Tod der Mutter hatte der Vater die Kinder gezwungen auf den Straßen zu tanzen, um Geld zu verdienen. Ruban kam 2002 ins Heim, mit seiner Schwester Ruth und mit einem heftigen Keuchhusten. Das Tanzen  ist seine große Leidenschaft, er hat jeden Tag geübt und ist richtig gut. Auch wenn er jetzt in Chennai Medienkommunikation studiert, hat er doch nur ein Ziel: Als Ruban Dancestar den Durchbruch als Tänzer zu schaffen und später eine Tanzschule zu eröffnen – für arme Kinder wie er eines war. Seine Schwester Ruth studiert schon im zweiten Jahr Krankenpflege. (07/2015)